Smartphone-Nutzung im Ausland scheitert an Kosten

Hohe Roaming-Kosten, Datenschutz-Bedenken oder kein geeignetes Gerät zum Internet-Surfen: Diese Gründe sprechen laut einer aktuellen Studie für viele Reisende gegen die Nutzung von Smartphones im Ausland. 4.000 Menschen wurden nach ihrer Bereitschaft, im Urlaub standortbezogene Dienstleistungen über ihr Handy zu nutzen, befragt.

Handytarife im Vergleich© blackzheep / Fotolia.com
06.11.2011, 16:00 Uhr

In Kooperation mit der ITB Berlin interviewte die Hochschule Heilbronn die Umfrage-Teilnehmer aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden.
 Mit dem Handy im Ausland: International Roaming
Standortbezogene Dienstleistungen basieren auf der geografischen Position des Nutzers und ermöglichen beispielsweise den Einsatz von Navigationssystemen, Kartenmaterial oder speziellen Informations- und Buchungsangeboten in der Umgebung des Reisenden. Die repräsentative Umfrage wurde vom internationalen Meinungsforschungsinstitut IPSOS durchgeführt.
Kosten für Handy im Ausland zu hoch
Das Ergebnis: Vor allem unkalkulierbare Roaming-Kosten halten Reisende von der Nutzung der Dienste im Urlaub ab. Insgesamt 66 Prozent der Befragten (alle Länder kumuliert) gaben an, dass diese Nutzungskosten im Ausland den Ausschlag geben, standortbezogene Dienstleistungen im Urlaub nicht zu nutzen. Bei 55 Prozent der Befragten mangelte es am geeigneten Gerät, um diese Angebote überhaupt in Anspruch nehmen zu können. Dieses sei in der Anschaffung zu teuer, so dass sie bislang keines besäßen. 41 Prozent äußerten Datenschutz-Bedenken und wollten deshalb auf standortbezogene Dienste im Ausland verzichten.
Unterschiede nach Ländern und Geschlecht
Der Blick auf einige europäische Länder offenbart nationale Unterschiede: Für die Mehrzahl der deutschen Befragten (68 Prozent) waren die Roaming-Kosten der wichtigste Grund, standortbezogene Dienstleistungen im Ausland nicht zu nutzen. Rund 70 Prozent der befragten Männer und 67 Prozent der befragten Frauen verzichteten aufgrund der Kosten auf den Smartphone-Einsatz. Bei beiden Geschlechtern folgten auf dem zweiten Platz mit 50 Prozent Sorgen über die Datensicherheit, danach die teuren Anschaffungskosten für ein geeignetes Gerät.
 Daten-Roaming - mobiles Internet im Ausland
In den Niederlanden sprechen hauptsächlich die hohen Anschaffungskosten gegen die Nutzung eines Smartphones im Ausland. Sowohl Männer und Frauen als auch insbesondere ältere Befragte gaben dies als Grund an. Mit Blick auf die jüngeren Studienteilnehmer zwischen 16 und 29 Jahren wurden mehrheitlich hohe Roaming-Kosten genannt. Auf den zweiten und dritten Plätzen folgten in den Niederlanden hohe Roaming-Kosten und Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes. Auch Teilnehmer aus Großbritannien und Frankreich entscheiden sich laut der Studie aufgrund hoher Roaming-Kosten gegen eine Nutzung von Smartphones im Ausland. Des Weiteren wurden der Mangel eines geeigneten Geräts aus Kostengründen sowie Datenschutz-Bedenken gegen das Surfen im Urlaub genannt.