Vorinstallierte Spionageprogramme auf Smartphones

45,6 Millionen Menschen in Deutschland nutzen im Jahr 2015 ein Smartphone. Vielen ist aber nicht klar, was ein Mobilgerät Dritten über seinen Besitzer verrät. Über 26 Handy-Modelle von zum Teil bekannten Herstellern wie Huawei, Lenovo oder Xiaomi haben vorinstallierte Spionagefunktionen in der Geräte-Firmware.

Frau mit Smartphone© kaboompics / Pixabay.com
03.09.2015, 11:41 Uhr

Das berichten jetzt Sicherheitsexperten von G DATA.
Nach den Enthüllungen über die umfangreichen Spionagefunktionen des Smartphones Star N9500, haben die Sicherheits-Profis das Thema weiter verfolgt. Anders als bei den Star-Geräten, vermuten die Experten dahinter Zwischenhändler, die die Gerätesoftware verändern, um Nutzerdaten zu stehlen und mit eigener Werbung Geld zu verdienen.
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"Geschätzte 2,5 Milliarden Menschen weltweit sind über ihr Mobilgerät online. Parallel zu dieser Entwicklung schoss in den vergangenen drei Jahren die Anzahl von Schadcode-Apps explosionsartig in die Höhe", erklärt Christian Geschkat, von G DATA. "Seit vergangenem Jahr beobachten wir eine deutliche Zunahme von Geräten, die bereits im Auslieferungszustand auf Firmware-Ebene mit Spionage- und Schadprogrammen ausgestattet sind."
Über eine Million neuer Android-Schädlinge in 6 Monaten
Im zweiten Quartal 2015 analysierten die Experten täglich über 6.100 neue Android-Schaddateien. Zum Vergleich: Im ersten Quartal 2015 waren es knapp 4.900 Schad-Apps. Das bedeutet einen Anstieg um knapp 25 Prozent. Bereits jetzt bricht das erste Halbjahr alle bisherigen Schadcode-Rekorde: über eine Million neuer Android Malware (1.000.938) innerhalb von nur sechs Monaten. Damit haben die Analysten im ersten Halbjahr bereits fast so viele Android-Schaddateien entdeckt wie im gesamten Jahr 2013. G DATA geht bis Jahresende von über zwei Millionen neuen Schad-Apps aus, die zunehmend raffinierter werden.